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Häufige Fragen zu den neuen Straßenbahnen (Baureihe ST15)

Designstudie zur neuen ST15-Bahn vom Hersteller Stadler

 

Moderne Fahrzeuge mit mehr Komfort

Am 29. Januar 2019 hatte die HEAG mobilo ihre Ausschreibung für 14 neue Straßenbahnen veröffentlicht. Im Dezember 2019 ist der Schweizer Hersteller Stadler als bester Bieter aus der europaweiten Ausschreibung hervorgegangen. Anfang 2020 hat die HEAG mobilo 14 neuartige Straßenbahnen bei Stadler bestellt. Der Auftragswert liegt bei rund 62 Millionen Euro. Die Beschaffung der neuen Bahnen ist damit die größte Einzelinvestition in unserer Unternehmensgeschichte. Mit den größeren und zusätzlichen Bahnen schaffen wir die Voraussetzung, um unser klimaschonendes und leistungsfähiges Mobilitätsangebot auf der Schiene deutlich auszubauen.

Die wichtigsten Fragen und Antworten

Die neuen Bahnen sind dringend nötig, denn die hochflurigen ST12-Bahnen (Baujahr 1991) können nicht mehr lange wirtschaftlich betrieben werden. Die Lebensdauer einer Bahn beträgt rund 30 Jahre. Zudem reicht der bisherige Fahrzeugbestand für Streckenerweiterungen wie die Lichtwiesenbahn nicht mehr aus. Daher erweitert die HEAG mobilo ihre Straßenbahnflotte um vier Bahnen.

Wir haben 14 neuartige Straßenbahnen der Baureihe ST15 beim Hersteller Stadler bestellt. Der Auftragswert liegt bei rund 62 Millionen Euro. Die Vergabeentscheidung ist das Ergebnis einer europaweiten Ausschreibung, aus der Stadler als bester Bieter hervorgegangen ist. Bei Bedarf können wir die Bestellung noch um 30 Fahrzeuge erweitern, geteilt in zwei Optionen: in eine zeitnahe mit zehn Fahrzeugen und eine spätere als Ersatz für die ST13-Bahnen mit 20 Fahrzeugen. Ob und in welchem Umfang die erste Option gezogen wird, soll im Laufe des Frühjahrs 2020 entschieden werden.

Die ersten vier Bahnen sollen im Sommer 2022 geliefert werden. Im Anschluss erfolgt zunächst der Testbetrieb. Voraussichtlich ab Herbst 2022 werden die ST15 Fahrzeuge im Fahrgastbetrieb eingesetzt, die restlichen zehn Bahnen folgen dann schrittweise Ende 2022 bis Oktober 2023.

Im Zuge der Neubeschaffung der ST15-Bahnen werden die dann rund 30 Jahre alten Bahnen der Baureihe ST12 schrittweise ersetzt.

Die neuen innovativen Niederflurfahrzeuge sind speziell auf die technischen und betrieblichen Anforderungen im Netz der HEAG mobilo angepasst. Die ST 15 sind auf ihrer Fahrzeuglänge von 43 m komplett durchgängig begehbar, somit kann in Zukunft auf den Beiwagenbetrieb der neuen ST 15 Bahnen verzichtet werden. Die Fahrgastkapazität kann dadurch deutlich angehoben werden. Zukünftig finden in unseren neuen Bahnen bis zu 284 Fahrgäste Platz, davon 103 auf Sitzplätzen.

Der Fahrgastinnenraum wurde ebenfalls optimiert. So wird es in Zukunft deutlich mehr Festhaltemöglichkeiten für stehende Fahrgäste geben. Auch die Durchgangsbreite der Gänge wird sich deutlich verbessern. Um den Fahrgästen die Orientierung in den neuen Straßenbahnen zu erleichtern, ist die Position der Mehrzweckbereiche identisch mit der in den derzeit in Darmstadt eingesetzten Niederflurfahrzeugen. Sitzplätze in der Nähe der Mehrzweckbereiche sind barrierefrei erreichbar. Große Panoramafenster sorgen zudem für freie Sicht und erzeugen zusammen mit einer großen Deckenhöhe ein großzügiges Raumgefühl.

Der Generationenwechsel geht auch mit einem neuen Außendesign einher, das sich deutlich von dem der bisher eingesetzten Straßenbahnen unterscheidet. Der neue Look im Narzissengelb orientiert sich an anderen Neufahrzeugen des Verkehrskonzerns wie den Airlinern und den E-Bussen. Geplant ist, das neue Außendesign zukünftig schrittweise auf alle Linienfahrzeuge auszuweiten.

Die Straßenbahnen sind mit modernen umweltschonenden CO2-Klimaanlagen ausgerüstet und verfügen zudem über ein Fahrerassistenzsystem mit Verkehrsschilderkennung. Die neue und innovative Drehgestelltechnologie trägt u.a. zu optimierten Bauräumen, gesteigertem Fahrgastkomfort sowie zu einer hohen Wartungsfreundlichkeit und Wirtschaftlichkeit der Fahrzeuge bei. Assistenzsysteme wie z.B. ein Regensensor und ein Tempomat mit Notbremssystem sorgen ebenso wie eine verbesserte Knautschzone für höhere Sicherheit.
Neu ist auch ein Notfahrbetrieb, mit dem die Bahnen bei Ausfall der Oberleitung z.B. durch Unwetter noch 50 Meter ohne externe Stromversorgung fahren und so beispielsweise den Kreuzungsbereich räumen können. Im Idealfall werden so Verkehrsstörungen vermieden und Fahrgäste können das Fahrzeug an der nächsten Haltestelle verlassen.

Auf 43 Metern Fahrzeuglänge bieten die fünfteiligen Niederflurbahnen Platz für 284 Fahrgäste, davon 103 auf Sitzplätzen.

Es wird sowohl eine Fahrerklimaanlage als auch eine Fahrgastraumklimaanlage geben. Die Straßenbahnen sind vollständig mit modernen CO2-Klimaanlagen ausgerüstet. Gegenüber herkömmlichen Kältemitteln werden dadurch jährlich 14 t CO2 eingespart.

Ja, im optimierten Fahrgastraum sind von jeder Fahrzeugtür Sitzplätze barrierefrei erreichbar. Es wird Eltern-Kind-Sitzplätze, Schwerbehindertensitzplätze und weitere Plätze für Fahrgäste mit besonderen Platzanforderungen geben. Bezüglich der Einstiegshilfen sind wir aktiv mit dem Behindertenverband im Gespräch.

Wir haben in einem Lastenheft rund 1600 Einzelanforderungen an die neuen Fahrzeuge definiert, um so den Rahmen für die äußere Beschaffenheit, die Innengestaltung und die technischen Merkmale vorzugeben. Im Kern haben wir folgende, allgemeine Anforderungen an die neuen Bahnen:

Die neuen Bahnen sollen möglichst für alle nutzbar sein und die Bedürfnisse aller Fahrgastgruppen erfüllen. Außerdem legen wir Wert auf Langlebigkeit und Sicherheit. Für ein Plus an Sicherheit wird das Fahrpersonal z.B. künftig von einem Fahrerassistenzsystem mit Verkehrsschildererkennung unterstützt. Die neuen Bahnen sollen ferner über die gesamte Lebensdauer von etwa 30 Jahren mit geringem zeitlichen und wirtschaftlichem Aufwand Instand zu halten sein.

Unsere neuen Bahnen müssen weiterhin nachhaltig sein und daher bestimmten sozialen und ökologischen Anforderungen gerecht werden. Dazu gehören beispielsweise geringe Fahrgeräusche und eine energieeffiziente Bauweise.

Die neuen Bahnen werden auf unserem gesamten Streckennetz zum Einsatz kommen. Im Bereich der Linie 3 müssen jedoch zuvor noch Umbauarbeiten stattfinden.

Die Bahnen werden vom Hersteller Stadler in einem Werk in Berlin gefertigt.

Straßenbahnen sind keine standardisierten Fahrzeuge „von der Stange“. Sie werden vom Hersteller immer gemäß den Anforderungen der jeweiligen Verkehrsbetriebe entworfen bzw. modifiziert. Daher ist die Beschaffung neuer Fahrzeuge ein langwieriger Prozess, der neben einer europaweiten Ausschreibung auch zahlreiche Abstimmungen mit dem Hersteller erfordert. Daher dauert es von der Ausschreibung bis zur Fertigstellung für gewöhnlich ein paar Jahre.