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Neues Verkehrskonzept Straßenbahn

Am 2. September hat der Magistrat der Wissenschaftsstadt Darmstadt dem Entwurf für ein neues Verkehrskonzept für die Straßenbahnen der HEAG mobilo zugestimmt. Die Beschlüsse in den weiteren Gremien folgen.

Hier finden Sie die wichtigsten Fragen und Antworten zum neuen Verkehrskonzept.

Allgemeines

Die letzte große Änderung im Straßenbahnnetz gab es 2003, mit der Inbetriebnahme der Strecke nach Kranichstein. Seither wurden nur punktuelle Fahrplanänderungen im Tramnetz vorgenommen. Inzwischen erfordern steigende Einwohner- und Fahrgastzahlen sowie längere Schul- und Geschäftszeiten eine umfassende Anpassung des Liniennetzes und des Fahrplanangebots. Das attraktivere und leicht einprägsame Fahrplanangebot mit einem 10-Minutentakt montags bis freitags von 6 bis 21 Uhr wird nicht nur die Bedienqualität im gesamten Netz steigern, sondern auch die Anschlusssicherheit bei Umsteigevorgängen zwischen Bus- und Straßenbahnlinien erhöhen. Mit dem deutlich erweiterten Fahrtenangebot werden zudem zusätzliche Beförderungskapazitäten geschaffen.

Das neue Verkehrskonzept besteht aus zwei Komponenten. Der Schaffung neuer Verbindungen und einem deutlich erweiterten Fahrplan.

Verbindungen

Grundsätzlich wurde versucht, die Linienänderungen so gering wie möglich zu halten, damit Fahrgäste sich möglichst wenig umstellen müssen. Deswegen ändern von den neun Straßenbahnlinien nur drei ihre Route. Die Linie 1 soll zukünftig wie bisher von Eberstadt zum Hauptbahnhof fahren, und dann neu weiter nach Kranichstein geführt werden. Der Stadtteil Kranichstein erhält mit einer veränderten Linie 5 zudem eine Direktverbindung ans Böllenfalltor mit dem zentralen Umsteigepunkt „Schloss“. Das heißt für die Kranichsteiner, die Anbindung an den Hauptbahnhof erfolgt mit der Linie 1 (von 6 bis 21 Uhr). Zu den übrigen Bedienzeiten, wenn die Linie 1 nicht fährt, fährt die Linie 4 zum Hauptbahnhof. Dann gibt es als drittes eine neue Linie 10, die Arheilgen über den Hauptbahnhof mit Griesheim verbindet. Neben diesen drei neuen Routen gibt es ein neues Fahrplankonzept für alle Linien.

Mit der neuen Linie 10 erhalten Arheilgen und Griesheim die lange gewünschte direkte Verbindung zum Darmstädter Hauptbahnhof. Die neue Linie 10 soll von montags bis freitags von 6 bis 21 Uhr alle 20 Minuten fahren.

Offen ist noch, ob es die neue Straßenbahnhaltestelle am Marienplatz geben wird, wo das neue Rathaus gebaut werden soll. Ansonsten sind im bestehenden Schienennetz keine weiteren Haltestellen geplant.

Das neue Verkehrskonzept berücksichtigt sowohl Überlegungen zur Anbindung des Ludwigshöhviertels und auch nach Weiterstadt sowie auch die Verlängerung in Griesheim. Die aktuellen Überlegungen zum Ludwigshöhviertel zielen derzeit dahin, künftig die Haltestellen Marienhöhe und Lincoln-Siedlung zusätzlich mit der Schnelllinie 6 zu bedienen. Somit sind die beiden neuen Siedlungen Lincoln und Ludwigshöhviertel optimal angebunden, die endgültige Entscheidung dazu steht noch aus.

Fahrplan

Das neue Fahrplankonzept ist neben dem Netzkonzept der zweite große Baustein des neuen Verkehrskonzepts für die Straßenbahn. Das neue Fahrplankonzept besteht aus mehreren Komponenten.

  •     Einführung eines 10-Minutentakts als Grundtakt in der Hauptverkehrszeit (montags bis freitag von 6 bis 21 Uhr)
  •     Statt acht Fahrten in der Stunde auf allen Streckenästen sind es künftig neun
  •     Ausweitung der Bedienzeiten u. a. im Abendverkehr (jeweils zzgl. 1 Stunde)
  •     Auf der Strecke nach Alsbach soll ein durchgehender 15-Minutentakt unter Beibehaltung der Schnelllinie 6 angeboten werden.
  •     Anpassung der Fahrtzeiten an eine realistische Verkehrslage für mehr Pünktlichkeit

Das neue Verkehrskonzept umfasst rund 36 Prozent zusätzliche Fahrplanstunden und rund 26 Prozent zusätzliche Fahrplankilometer gegenüber dem heutigen Angebot.

Der Luisenplatz ist von jedem Stadtteil in Darmstadt aus alle 10 Minuten erreichbar – ohne Umsteigen. Nur Eberstadt wird noch öfter bedient – dort gibt es alle 7,5 Minuten eine Verbindung zum Luisenplatz.

Ja, die Linie 6 bleibt als Schnelllinie bestehen, allerdings ist noch offen, welche Haltestellen die Linie künftig bedient. Die Schnelllinie 6 verbindet wie bisher auch Alsbach mit Arheilgen im Halbstundentakt. Zu manchen Zeiten gibt es zusätzlich Fahrten, die von Eberstadt zum Schloss führen.

In welchem Umfang der Fahrpläne der Busse angepasst werden muss, wird derzeit von der DADINA geprüft. Für konkrete Aussagen ist es derzeit noch zu früh.

Gesamtbetrachtung - Vor- und Nachteile

Das neue Verkehrskonzept für die Straßenbahn beinhaltet eine Fülle von Verbesserungen:

  • Alle Stadtteile und Vororte haben eine Direktanbindung zum Darmstädter Hauptbahnhof.
  • Es gibt viel mehr Fahrten.
  • Von montags bis freitags gilt von 6 bis 21 Uhr ein 10-Minutentakt.
  • Auch frühmorgens und abends fahren die Straßenbahnen öfter. In allen Stadtteilen (außer Böllenfalltor) gibt es je Stunde eine weitere Fahrt – also statt bisher acht, sind es künftig neun Fahrten.
  • Das neue Verkehrskonzept beinhaltet auch einen neuen Fahrplan mit realistischeren Fahrzeiten. D.h. die Straßenbahnen werden pünktlicher.
  • Alsbach: Hier bieten die Linien 6 und 8 montags bis freitags von 6 bis 21 Uhr einen durchgängigen 15-Minutentakt. Die Schnelllinie 6 bleibt als Schnelllinie erhalten und fährt weiterhin im Halbstundentakt.
  • Arheilgen: Der Hauptbahnhof ist montags bis freitags von 6 bis 21 Uhr mit der neuen Linie 10 von 6 bis 21 Uhr alle 20 Minuten ohne Umsteigen direkt erreichbar.
  • Böllenfalltor/ Modautal: Schüler erreichen montags bis freitags von 6 bis 21 Uhr das Schulzentrum am Nordbad ohne Umsteigen. Vom Böllenfalltor fahren auch künftig zwei Straßenbahnlinien in die Innenstadt. Hierzu gibt es Überlegungen, die drei bestehenden Buslinien zeitlich versetzt fahren zu lassen, um in den Odenwald einen 10-Minutentakt anbieten zu können. Damit verteilt sich auf den Buslinien dort das Fahrgastaufkommen besser.
  • Eberstadt: Hier gibt es mit den Linien 6 und 8 montags bis freitags von 6 bis 21 Uhr künftig 11 statt 10 Fahrten in der Stunde - mehr als in jedem anderen Stadtteil. Die Schnelllinie 6 bleibt im Halbstundentakt erhalten und wird mit zusätzlichen Fahrten zum Schloss fahren.
  • Griesheim: Künftig fahren mit den Linien 4 und 9 sowie der neuen Linie 10 statt zwei drei Linien nach Griesheim. Die neue Linie 10 bietet erstmals eine Direktverbindung ohne Umsteigen zum Darmstädter Hauptbahnhof. Der Hauptbahnhof ist dann montags bis freitags von 6 bis 21 Uhr alle 20 Minuten erreichbar, der Luisenplatz alle 10 Minuten.
  • Kranichstein: Auch hier fahren künftig mit den Linien 1, 4 und 5 drei Linien. Erstmals gibt es eine Direktverbindung Richtung Böllenfalltor.

Grundsätzlich gibt es deutlich mehr Fahrbeziehungen. Auf einzelnen Fahrbeziehungen gibt es dennoch weniger Direktverbindungen. Konkret sind das:

  • Griesheim – Böllenfalltor statt alle 15 alle 20 Min.
  • Kranichstein – Hauptbahnhof statt an Schultagen alle 15 alle 20 Min.
  • Arheilgen – Luisenplatz statt alle 7,5 alle 10 Min.
  • Böllenfalltor – Luisenplatz statt alle 7,5 alle 10 Min.

Wer jedoch auf diesen Verbindungen ein einmaliges Umsteigen in Kauf nimmt, hat auch dort ein deutlich verbessertes Angebot mit viel mehr Fahrten.

Böllenfalltor/Modautal/Ober-Ramstadt: Die Direktverbindung vom Böllenfalltor zum Hauptbahnhof bietet künftig ausschließlich die Buslinie R. Wer vom Böllenfalltor mit der Straßenbahn zum Hauptbahnhof fahren will, muss einmal umsteigen (z.B. Schulstraße oder Schloß). An der Schulstraße beträgt die Wartezeit max. 3 Minuten.

Eberstadt: Offen ist noch, welche Haltestellen in Eberstadt von der Schnelllinie 6 bedient werden. Voraussichtlich werden sich zwei Haltepunkte der Schnelllinie 6 verändern.

Griesheim: In Griesheim verringert sich die Fahrtenanzahl bis Platz Bar-le-Duc von 8 auf 6 Fahrten in der Stunde, weil die Linie 10 erst ab Wagenhalle fährt. Allerdings gibt es stattdessen in Griesheim einen 10-Minutentakt.

Kranichstein: Ab Kranichstein führt nur noch eine Linie im 10-Minuten-Takt über den Luisenplatz. Doch die Haltestelle Schloss ist alle 10 Minuten erreichbar. Die Taktanbindung an den Hauptbahnhof verlängert sich an Schultagen von 15 auf 20 Minuten.

Umsetzung

Die Umsetzung braucht Zeit, da neben den zusätzlichen Straßenbahnen außerdem mehr als 50 zusätzliche Fahrer/innen benötigt werden, deren Ausbildung ebenfalls einige Zeit in Anspruch nehmen wird. Um dennoch möglichst zeitnah die Vorteile des neuen Verkehrskonzepts zu realisieren, ist eine stufenweise Umsetzung angedacht: Erste Schritte könnten bereits 2022 und 2023 erfolgen. Das Gesamtkonzept wird voraussichtlich erst zum Fahrplanwechsel im Dezember 2023 in Betrieb gehen können. Unabhängig von den betrieblichen praktischen Fragen, müssen in den zuständigen Gremien von Stadt und Landkreis die entsprechenden Beschlüsse dazu gefasst werden. Der Magistrat der Stadt Darmstadt hat sich Anfang September dafür ausgesprochen.

Den zusätzlichen jährlichen Bestellkosten ab dem Jahr 2024 in Höhe von zirka 9,15 Millionen Euro können erwartete Mehreinnahmen aus Fahrgeldern von ca. rund zwei Millionen Euro gegengerechnet werden. Die verbleibenden Kosten in Höhe von etwa 7,15 Millionen Euro werden zwischen der Stadt Darmstadt und dem Landkreis geteilt. In diesen Kosten sind die Mehrbestellungen für den Betrieb der Lichtwiesenbahn und der geplanten Straßenbahnverlängerung in das Ludwigshöhviertel nicht enthalten. Die Lichtwiesenbahn ist bereits beschlossen, die Anbindung des Ludwigshöhviertels muss gesondert betrachtet werden.

Die Kosten werden zwischen der Stadt Darmstadt und dem Landkreis Darmstadt-Dieburg geteilt.

Das neue Verkehrskonzept umfasst fast 36 Prozent zusätzliche Fahrplanstunden und rund 26 Prozent zusätzliche Fahrplankilometer gegenüber dem heutigen Angebot. Dafür müssen von der HEAG mobilo zehn weitere zusätzliche Straßenbahnen beschafft werden. Diese Anzahl berücksichtigt auch die dann erforderliche Werkstattreserve.

Der Entwurf des neuen Verkehrskonzepts

Grafik des neuen Verkehrskonzepts der Straßenbahn