Straßenbahnnetzerweiterungen in die Region

Bessere Verbindungen für Stadt und Landkreis Unsere Region wächst zusammen. Das Leben der Menschen findet bereits über Kommunengrenzen hinweg statt. HEAG mobilo prüft deshalb, wie das Straßenbahnnetz erweitert werden kann. Ziel ist, die Region langfristig besser zu verbinden.

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Straßenbahn zwischen Weiterstadt, Darmstadt, Roßdorf und Groß-Zimmern 

Aktueller Stand (August 2026): Planungen werden weiter vorbereitet

Aktuell prüfen die Projektpartner HEAG mobilo und DADINA verschiedene Varianten und bereiten die Grundlagen für die nächsten politischen Entscheidungen vor. Dabei werden bestehende Erkenntnisse überprüft, eingeordnet und weiterentwickelt.

Ein wichtiger Bestandteil der laufenden Arbeiten ist die Nutzen-Kosten-Untersuchung (NKU). Sie bewertet die Wirkungen des Projektes anhand bundesweit einheitlicher Kriterien und dient als Grundlage für spätere politische Entscheidungen.

Die bisherigen Berechnungen lassen grundsätzlich erwarten, dass eine Förderung durch Bund und Land möglich sein könnte. Gleichzeitig haben die Projektpartner fachlichen Klärungsbedarf identifiziert. Diese Fragen werden aktuell bearbeitet und überprüft.

Bei Infrastrukturprojekten dieser Größenordnung gilt: Sorgfalt geht vor Geschwindigkeit. Ziel ist es, den politischen Gremien und der Öffentlichkeit belastbare und nachvollziehbare Informationen zur Verfügung zu stellen. Die HEAG mobilo und die DADINA werden nach Abschluss dieser Arbeiten die Kommunen und die Öffentlichkeit umfassend einbeziehen.

Blick auf Darmstadt und den Landkreis in Richtung Norden

Ziel: Die Region gemeinsam weiterdenken

Bei den Planungen geht es nicht allein um eine neue Verkehrsinfrastruktur. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Stadt und Landkreis künftig besser miteinander verbunden werden können. Schon heute überschreiten viele Wege im Alltag kommunale Grenzen: Menschen pendeln zwischen Wohnort und Arbeitsplatz, besuchen Schulen, nutzen Freizeitangebote oder erledigen Besorgungen im Nachbarort. Deshalb sollen Mobilität, Erreichbarkeit und regionale Entwicklung gemeinsam betrachtet werden.

Straßenbahn von Griesheim nach Riedstadt

Untersuchung einer neuen Verbindung ins Ried

Auch die mögliche Verlängerung der Straßenbahn von Griesheim nach Riedstadt wird derzeit untersucht.

Die Darmstadt-Dieburger Nahverkehrsorganisation DADINA und die Lokale Nahverkehrsgesellschaft Kreis Groß-Gerau lassen im Rahmen einer vereinfachten Nutzen-Kosten-Untersuchung aktuell prüfen, ob eine Verlängerung der Straßenbahntrasse einen Beitrag zur Verbesserung der Mobilität leisten kann und ob diese förderfähig wäre. Die HEAG mobilo übernimmt dabei die Projektleitung.

Untersuchungsgegenstand ist die Verlängerung der Straßenbahntrasse bis zum Griesheimer Westring und einen möglichen rund 6,5 Kilometer langen Streckenverlauf von Griesheim bis Riedstadt-Goddelau. Bis Mitte 2027 soll diese Studie Aufschluss über die Wirtschaftlichkeit des Projekts geben.

Die wichtigsten Fragen und Antworten auf einen Blick


Sie haben noch Fragen zur Straßenbahnnetzerweiterung oder der neuen Straßenbahnanbindung zwischen Darmstadt und der Region? Hier beantworten wir die am häufigsten gestellten Fragen: 

Entscheidend für den Ausbau der Straßenbahnanbindung ist ein angemessenes Verhältnis von Kosten und Nutzen dieser. Dies ist auch die Fördervoraussetzung für Bundes- und Landesmittel zur Unterstützung des Vorhabens.

Berechnet wird dies durch den sogenannten Nutzen-Kosten-Faktor (NKU). Ist dieser Faktor größer als 1, bedeutet das, dass beispielsweise bei einer Neubaustrecke der Nutzen die Kosten übersteigt und somit förderfähig ist. Durch eine Neuerung des Bewertungsverfahrens des NKU werden seit dem 1. Juli 2022 nun auch Umweltaspekte in die Bewertung einbezogen. Das heißt emissionsfreie Verkehrsträger wie beispielsweise die Straßenbahn werden nun entsprechend besser bewertet als beispielsweise Dieselbusse.

Nach dem Abschluss der Grundlagenarbeit muss die Politik in Stadt und Landkreis zunächst entscheiden, wie es mit den Planungen weitergeht.

Bevor neue Infrastrukturstrecken gebaut werden können, muss ein Genehmigungsverfahren („Planfeststellungsverfahren“) durchlaufen werden. Die Genehmigungsbehörde prüft die eingereichten Dokumente genau und beteiligt die Öffentlichkeit. Erst wenn dieses Verfahren abgeschlossen ist und die Behörde den Planfeststellungsbeschluss erlassen hat, besteht Baurecht und es kann mit dem Bau begonnen werden. Wie lange wiederum der Bau der Strecke dauert, hängt von vielen Faktoren ab, wie zum Beispiel die Streckenführung ist, welche zusätzlichen Bauwerke (Brücken, o.Ä.) erstellt werden müssen, etc.

Aus diesem Grund lässt sich erst im Zuge der vertieften Planung genauer sagen, wie der Zeitplan für die Fertigstellung der neuen ÖPNV-Anbindung sein wird.

Sollte ein Vorhaben förderfähig sein, werden in Absprache mit dem Land Hessen verschiedene Fördermodelle des Landes, des Bundes und evtl. auch auf europäischer Ebene geprüft werden.

Die Kosten für die Neubaustrecke hängen von vielen Faktoren ab, die sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt nur grob abschätzen lassen. Im Zuge der weiteren Planungsschritte werden Kostenberechnungen für den Bau der neuen Trassenerweiterung erstellt.

Das Ziel der Planung besteht darin, Eingriffe in die Natur so gering wie möglich zu halten. Wenn natürliche Lebensräume durch die geplante Streckenführung beeinträchtigt werden sollten, ist es notwendig, Ausgleichsmaßnahmen zu treffen. Dies bedeutet, dass an anderer Stelle neue Naturräume geschaffen oder bestehende aufgewertet werden, um den Verlust auszugleichen.

In Nutzen-Kosten-Untersuchungen (NKU) werden verschiedene Faktoren einbezogen, darunter auch Umwelt- und Naturschutzaspekte. Dies beinhaltet eine Prüfung der CO2-Emissionen, des Energieverbrauchs und der Auswirkungen auf Flora und Fauna entlang der geplanten Strecke. Ausgleichsmaßnahmen werden im Rahmen der NKU kalkuliert und fließen in die Gesamtbeurteilung der Trassenvarianten mit ein.

Die Straßenbahn verkürzt Wege, die heute zu lang sind. Wer zur Arbeit pendelt, zur Schule fährt oder zum Arzt muss, kommt verlässlicher an – komfortabel und ohne Stau. Die Straßenbahn kann etwa doppelt so viele Personen wie ein Gelenkbus transportieren. Wer kein Auto besitzt, gewinnt mehr Unabhängigkeit. Und Kinder, die eigenständig fahren können, brauchen niemanden, der sie bringt.

Wer das Auto stehen lässt, weil die Bahn komfortabler ist, tut das nicht unbedingt fürs Klima. Aber das Klima profitiert trotzdem. Durch das Projekt könnten zukünftig CO2-Emissionen im Umfang von ungefähr 2.500 Tonnen jährlich eingespart werden. Und dort, wo Parkraum ohnehin schon zu knapp ist, entsteht mehr Platz für Menschen.

Wenn die Region zusammenrückt, ergeben sich daraus viele Chancen für alle, die in ihr leben, arbeiten und zur Schule gehen. Die Straßenbahn kann einen wertvollen Beitrag zur Verbesserung der Mobilität zwischen Stadt und Landkreis leisten. Denn sie kann das, was Busse im Berufsverkehr an ihre Grenzen bringt: mehr Menschen, verlässlicher Takt, kein Stau. Die Erfahrungen aus anderen Regionen zeigen außerdem, dass Straßenbahnprojekte Chancen nicht nur für Mobilität, sondern auch für die Aufenthaltsqualität und Ortsentwicklung eröffnen können. Für die regionale Wirtschaft bedeutet verbesserte Standortattraktivität und bessere Erreichbarkeit mehr Kundschaft für Geschäfte und mehr Fachkräfte für die Unternehmen.

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