DARMSTADT (sir) – Als eines der ersten Unternehmen in Darmstadt hat die HEAG Verkehrs-GmbH am Montag (17.) Euro-Münzen und -scheine erhalten. Uwe Roggatz, Abteilungsleiter für den Betrieb, nennt den Grund für die frühe Erstversorgung: „Durch den Fahrkartenverkauf haben wir den höchsten Münzgeldumsatz aller Darmstädter Unternehmen. Entsprechend groß sind die Anforderungen, die der Euro an uns stellt.“
Die Vorbereitungen für die Währungsumstellung laufen in dem Betriebshof am Böllenfalltor auf Hochtouren. Wenn am 1. Januar der offizielle Startschuss für die neue Währung fällt, wird die HEAG Verkehrs-GmbH für ihre Fahrgäste gut gerüstet sein. „In wenigen Wochen beginnen wir mit der Umrüstung der 170 stationären Fahrkartenautomaten an den Haltestellen und der Montage von 100 neuen Fahrkartenautomaten in unseren Bussen. Auch unserer gesamtes übriges Vertriebssystem muss auf die neue Währung umgestellt werden“, skizziert Gerd Petermann, Sachgebietsleiter für Betriebsleittechnik, das Mammutprogramm seiner Mitarbeiter. Auch wenn es keine Preiserhöhungen gibt, übertrifft die Umstellung auf den Euro deutlich den Aufwand eines Fahrplanwechsels.
Bis der Fahrgast etwas von den Vorbereitungen merkt, wird es voraussichtlich Dezember. Dann werden die neuen mobilen Automaten in die Busse montiert und die Euro-fähigen Automaten mit Aufklebern gekennzeichnet. Doch bis dahin laufen die Vorbereitungen in den Werkstätten, also hinter den Kulissen des Verkehrsbetriebs.
Die im Verkehrsbetrieb neu eingetroffenen Geldstücke dienen zunächst dazu, die Fahrkartenautomaten praktisch testen zu können. Münzprüfer, Münzführung und die Wechselgeldbehälter in den Automaten müssen an die neuen Maße und Gewichte der Euro-Münzen angepasst werden. Neben den mechanischen Arbeiten, bei denen Geräteteile ausgetauscht und angepasst werden müssen, stehen den Technikern aus der Automatenwerkstatt umfangreiche Programmierarbeiten bevor: Denn nicht nur die Eingabe der Fahrpreise, sondern auch das Erkennen der Geldscheine funktioniert beim Fahrkartenautomaten Software gesteuert.
Durch die Verkehrstätigkeit der HEAG in zwei Verkehrsverbünden, dem Rhein-Main-Verkehrsverbund und dem Verkehrsverbund Rhein-Neckar, ist der Aufwand teilweise doppelt. In der Summe gilt es rund 200 Fahrpreise neu zu programmieren. Für das knapp 20-köpfige Team, das mit der Umrüstung der Automaten befasst ist, bedeutet dies jede Menge Arbeit. Noch sind es gut drei Monate bis zum Währungswechsel, „aber“, so Petermann, „wir liegen gut in der Zeit“.