DARMSTADT (sir) – Der bislang von der HEAG Verkehrs-GmbH praktizierten sogenannten „Anschlussfahrscheinregelung“, bei der sich Zeitkartenkunden für eine Fahrt über das entsprechende Tarifgebiet hinaus vorab einen zusätzlichen Einzelfahrschein kaufen konnten, hat der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) widersprochen. Sie darf auf den HEAG-Linien ab sofort nicht mehr praktiziert werden.
In einem Schreiben vom RMV vom 7. Januar an den Darmstädter Verkehrsbetrieb heißt es: „Der Kunde kann nur dann seine Zeitkarte in Ansatz bringen, wenn er von außen in das Tarifgebiet, in dem seine Zeitkarte gültig ist, hinein fährt. Er kann dann eine Einzelfahrkarte bis zur Tarifgrenze lösen, ab der seine Zeitkarte automatisch gilt“.
Für die Fahrt aus dem Tarifgebiet hinaus bleibt dem Kunden jetzt praktisch nur eine Lösung: Mit der Zeitkarte bis zur Grenzhaltestelle fahren und dann dort entweder beim Busfahrpersonal die neue Fahrkarte zur Weiterfahrt kaufen – oder im Falle einer Straßenbahnlinie aussteigen und sich dann am Automaten für die Weiterfahrt einen Einzelfahrschein ziehen.
Der RMV ist sich der für Fahrgäste unbefriedigenden Lösung bewusst, sieht aber aus vertrieblichen Gründen keine Alternative. Betriebsdirektor Karl-Heinz Holub bedauert dies für die Fahrgäste umständliche Verfahren, sieht sich jedoch an die Weisungen des RMV gebunden.