DARMSTADT – (sir) Die Phase der Demontage ist vorbei und nach gut eineinhalb Monaten Bauzeit erhält die neue Haltestelle „Schloss“ an der Südseite des Marktplatzes Profil. Die neuen Straßenbahngleise liegen schon, und auch die Pflasterarbeiten haben bereits begonnen. Im Bereich des Friedensplatzes sorgt zunächst noch eine provisorische Asphaltdecke für eine Begehbarkeit der Fläche, denn in den Herbstferien werden dort neue Weichen eingebaut. Sie ermöglichen eine geänderte Umfahrung des Schlosses, damit für die künftigen Besucher des neuen Kongresszentrums eine schnelle Verbindung zum Hauptbahnhof geschaffen wird.
Baudezernent Dieter Wenzel wertet die neue Schloss-Station als notwendige und sinnvolle Investition. „An dem alten Standort am Friedensplatz waren die räumlichen Verhältnisse für das ÖPNV-Aufkommen zu eng. Mit der neuen Position am Marktplatz ist Platz für vier separate Haltepositionen, so dass sich die Busse und Bahnen bei Bedarf auch überholen können.“ Wäre diese Investition nicht berechtigt, würde auch das Land diese Maßnahme nicht bezuschussen, so Wenzel weiter.
Moderne Ausstattung
Mehr als 1500 Mal halten Busse und Bahnen an Wochentagen an der Haltestelle „Schloss“. Damit zählt sie zu den wichtigsten ÖPNV-Stationen in Darmstadt. Niederflurig und mit Überholmöglichkeiten für Bus- und Straßenbahnen bietet die Haltestelle „Schloss“ künftig alle Voraussetzungen, die man von einer zentralen Umsteigehaltestelle im Stadtzentrum erwarten kann und entlastet damit auch den Luisenplatz.
Die Ausstattung der neuen Haltestelle wird ebenso modern wie umfassend: Blindenleitstreifen, Hochborde für einen niederflurigen Einstieg in die Fahrzeuge, transparente Wartehallen, Fahrkartenauto-maten, dynamische Fahrgastinformation und ausreichende Beleuchtung gehören zur 4,5 Mio. EUR teuren ÖPNV-Investition.
Trotz des um 14 Tage verlängerten Schienenersatzverkehrs zieht Karl-Heinz Holub, Bereichsdirektor Technik und Betrieb für den bisherigen Bauablauf eine positive Bilanz: „Stadt Darmstadt und HEAG mobilo arbeiten hier Hand in Hand“, dass sei bei einer so komplexen Baumaßnahme auch notwendig, betont er. Das Zeitfenster zwischen Heinerfest und Weihnachtsmarkt ist für die Größe der Baumaßnahme vergleichsweise eng. Einige Arbeiten erfolgen deshalb unter laufendem Betrieb, komplexere Gleisarbeiten, wie das Austauschen und Schweißen von Weichen oder Gleisen werden oftmals an Wochenenden vorgenommen. Betrieblich sind mit der Baumaßnahme zahlreiche Änderungen verbunden. Viele Fahrgäste müssen sich auf mehrere auf Linienänderungen und Ersatzhaltestellen einstellen. „Die Beschwerden sind dennoch vergleichsweise gering. Die Menschen wissen, weshalb sie die Unannehmlichkeiten in Kauf nehmen müssen, das erleichtert das Verständnis. Deshalb bemühen wir uns um möglichst umfassende Kundeninformation – von Durchsagen in den Fahrzeugen über Flyer bis zur Information im Internet, “ so Holub weiter.
Der Betriebsleiter der HEAG mobilo gibt sich zuversichtlich, dass nach den Herbstferien die neue Haltestelle in Betrieb gehen kann. „Spätestens zum Weihnachtsmarkt sind wir hier weg“, verspricht er, „zum Glühweinstand ist es dann für unsere Fahrgäste nur noch ein Katzensprung“.