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Straßenbahnfahrer in den Schlagzeilen

DARMSTADT (le/ml) – Einem Artikel der Bildzeitung Ausgabe Frankfurt vom 3. Juli zufolge, soll ein Straßenbahnfahrer der HEAG Verkehrs-GmbH einen behinderten Fahrgast im März dieses Jahres aus der Straßenbahn „rausgeworfen“ haben. Der Vorfall ist jetzt in die Schlagzeilen geraten, weil der betroffene Fahrgast aus Roßdorf Anzeige gegen den Straßenbahnfahrer erstattet hat, so die Bildzeitung.

Der Fahrgast fährt täglich mit dem Fahrrad von Roßdorf nach Darmstadt und steigt dort in die Straßenbahn, um sei-nen Weg zur Arbeit fortzusetzen. Am 30. März dieses Jahres wollte der Fahrradfahrer an der Haltestelle Steinberg einsteigen. Der Straßenbahnfahrer erklärte dem Fahrgast, dass er ihn im Interesse der anderen Fahrgäste nur ohne sein stark verschmutztes Fahrrad mitnehmen könne. Der Fahrgast jedoch wollte ohne sein Rad nicht mitfahren. Die Straßenbahn setzte ihre Fahrt in Richtung Stadtmitte fort.

Der Fahrradfahrer fuhr daraufhin zur Haltestelle Luisenplatz und sprach den Fahrer sehr erregt auf den Vorfall an. Dabei blockierte er mit dem Vorderrad die Eingangstür und behinderte dadurch die Weiterfahrt für etwa 15 Minuten. Erst zu diesem Zeitpunkt erfuhr der Straßenbahnfahrer, dass der Fahrradfahrer an Multiple Sklerose leidet und das Rad als Gehhilfe benötigt. Der Straßenbahnfahrer forderte daraufhin über Funk den HEAG-Mobildienst an, der den Fahrradfahrer dann zu seinem Wunschziel brachte.

„Die HEAG bedauert diesen Vorgang und entschuldigt sich bei dem Fahrgast für die Unannehmlichkeiten, die ihm ent-standen sind. Dem Straßenbahnfahrer war es nicht möglich, die Situation richtig einzuschätzen und die Schwere der Behinderung des Fahrgastes zu erkennen. Mit der Benachrichtigung des Mobildienstes hat er jedoch aus der verfahrenen Situation das Beste gemacht: Der Fahrgast und sein Fahrrad haben das Wunschziel erreicht – und auch die Straßenbahn konnte weiterfahren, was letztendlich allen Fahrgästen zugute kam“, sagte der Betriebsdirektor der HEAG Verkehrs-GmbH, Karl-Heinz Holub. „Trotz dieses bedauerlichen Vorfalls ist die HEAG Verkehrs-GmbH ein behindertenfreundliches Unternehmen, das bundesweit keinen Vergleich scheuen muss“.

Die HEAG ist bemüht, anders als viele andere Verkehrsunternehmen, Behinderten- und Seniorenverbände aktiv in die Gestaltung von Fahrzeugen und Haltestellen einzubeziehen. Bereits seit Anfang der neunziger Jahre hat die HEAG mit viel Aufwand ihre Busse und Straßenbahnen nahezu komplett auf Niederflurtechnik umgerüstet.

Die spezielle Bauart der Fahrzeuge ermöglicht Rollstuhlfahrern in Kombination mit höher gelegten Haltestellen einen stufenlosen Eingang. Viele Busse sind zusätzlich mit einer ausfahrbaren Rampe ausgestattet, über die Rollstuhlfahrer in den Bus gelangen. „Und selbstverständlich helfen unsere Fahrerinnen und Fahrer auch beim Ein- und Aussteigen, wenn es einmal Probleme geben sollte. Wir legen großen Wert auf Kundenfreundlichkeit und Service“ so Holub weiter.

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Lennart Sauerwald

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