DARMSTADT (sir) – Die HEAG Verkehrs-GmbH stattet ihre Straßenbahnbeiwagen mit Videokameras aus. Mit der Überwachung der Fahrzeuginnenräume will das Unternehmen Straftaten vorbeugen. „Damit versuchen wir nicht nur unsere Kosten zu reduzieren; sondern auch unsere Fahrgäste können sich in unseren Beiwagen sicherer fühlen,“ erläutert Betriebsdirektor Karl-Heinz Holub die Maßnahme. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass insbesondere ältere Fahrgäste sich lieber im vorderen Fahrzeug, in dem sich auch der Fahrer befindet, aufhalten. Mit den Videokameras tragen wir dem Sicherheitsbedürfnis unserer Fahrgäste vermehrt Rechnung“, so Holub weiter.
Zunächst werden nur zwei Fahrzeuge mit der Überwachungsanlage ausgerüstet. Ist ihr praktischer Einsatz erprobt, werden nach und nach auch alle übrigen Straßenbahnbeiwagen mit der Kameratechnik versehen. Die HEAG Verkehrs-GmbH folgt damit einem bundesweiten Trend der Verkehrsunternehmen. Denn neben Darmstadt setzen in Hessen inzwischen auch Frankfurt und Kassel auf Videotechnik zur Schadensvorbeugung. Denn während einerseits der Vandalismus steigt, ist die Kameratechnik inzwischen soweit ausgereift, dass sich auf der anderen Seite die Investition auch betriebswirtschaftlich rechnet.
Datenschutzrechtliche Bedenken zur Videoüberwachung gibt es nicht. Die Umsetzung ist sowohl mit der zuständigen technischen Aufsichtsbehörde und mit der Datenschutzbeauftragten des Landes Hessen abgestimmt. Zudem erfolgt die Umsetzung nach den Richtlinien des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV). Danach werden die Aufzeichnungsdaten über einen Zeitraum von 48 Stunden gespeichert und nur im Ereignisfall eingesehen. Welche Fahrzeuge bereits über die neue Kameratechnik verfügen, ist an den Türen durch einen Aufkleber gekennzeichnet.