DARMSTADT (sir) – Zum Fahrplanwechsel am 14. Dezember wird das Darmstädter Liniennetz in weiten Teilen neu gestaltet. Nicht nur die neuen Straßenbahnlinien 4 und 5 nach Kranichstein gehen dann in Betrieb, auch insgesamt werden die Verbindungen bei Bus und Bahn neu geordnet.
Verkehrsdrehscheibe Hauptbahnhof
Genau neun innerstädtische Linien und 13 Regionalbuslinien werden künftig den Hauptbahnhof direkt anfahren. Damit verbessert sich zum Beispiel die Situation für die Berufspendler im Industriegebiet West, für die Studenten der Technischen Universität und auch für die vielen Schüler. Neben der Straßenbahnlinie 5 (Kranichstein – Luisenplatz – Hauptbahnhof) führt – wie schon früher einmal – künftig wieder die Linie 2 vom Böllenfalltor an den Hauptbahnhof. Gemeinsam mit den unveränderten Linien 1 und 3 sorgen sie ab dem Fahrplanwechsel für eine deutlich bessere innerstädtische Anbindung. Statt bisher zwei fahren künftig vier Straßenbahnlinien zum Hauptbahnhof. Die höheren Fahrgastkapazitäten der Bahnen bieten zudem mehr Platz im Fahrzeug.
Auch der AirLiner verlagert seinen Standort vom Luisenplatz an diese neue Verkehrsdrehscheibe. Weiterhin halten dort wie gewohnt die Buslinien F (auf der Westseite), H und W (auf der Ost- und Westseite) sowie die geänderte Linie K.
Dichter Takt, pünktliche Abfahrten
Mit dem neuen Liniennetz steigt nicht nur am Hauptbahhof, sondern auch am Willy-Brandt-Platz und an der Rhein-/Neckarstraße die Zahl der Umsteigemöglichkeiten. Für den Fahrgast bedeutet das mehr Flexibilität im Netz. Das neue Liniennetz ist so strukturiert, dass sowohl am Hauptbahnhof als auch am Luisenplatz Fahrgäste ab dem 14. Dezember in spätestens acht Minuten weiter fahren können.
Anders als bisher gibt es wegen des dichten Takts im innerstädtischen Netz tagsüber keine festen Anschlüsse mehr. Die Fahrzeuge können pünktlich abfahren und Folgeverspätungen gehören zur Vergangenheit. Der Fahrgast muss sich zudem keine Anschlusszeiten mehr merken, denn spätestens in acht Minuten geht es weiter. Gut zu wissen: An Sonntagen und zu Nebenverkehrszeiten, während des 30-Minuten-Taktes, warten die Fahrzeuge bei Verspätungen aufeinander.
Übersicht der Änderungen nach Linien
Straßenbahnen
Linie 2 Neue Strecke Böllenfalltor – Luisenplatz – Hauptbahnhof. Fährt an Schultagen im Wechsel mit der Linie 9 über Luisenplatz, dann weiter bis Hauptbahnhof.
Linie 4 Neue Strecke Kranichstein – Luisenplatz – Griesheim. Verbindet Innenstadt mit Schulzentrum, Messplatz, Nordbad und Kranichstein.
Linie 5 Neue Strecke Kranichstein – Luisenplatz – Hauptbahnhof. Sorgt täglich 4 – bis 24 Uhr, freitags und samstags sogar bis 2 Uhr, für Verbindung Kranichstein – Hauptbahnhof (vgl. auch Linie 4).
Omnibusse
Linie Air Erweiterte, veränderte Streckenführung. Hauptbahnhof – Frankfurt Flughafen Terminal 1 – Terminal 2 – Maritim Rhein-Main Hotel Hauptbahnhof. Der AirLiner bedient am Frankfurter Flughafen beide Terminals. Abfahrt statt bisher Luisenplatz neu am Hauptbahnhof.
Linie D Entfällt. Ersatz Luisenplatz – Hauptbahnhof mit Linien 2 und 5. Zum Ostbahnhof ab Luisenplatz mit der veränderten Linie L. Eine direkte Verbindung Hauptbahnhof – Ostbahnhof bieten auch Regionalbuslinien.
Linie H Veränderte/verkürzte Strecke. Klausenburger Straße – Luisenplatz – Kesselhutweg.
Linie K Veränderte Strecke. Kleyerstraße – Hauptbahnhof – Luisenplatz – Lichtwiese. Ersetzt die früheren Linien K und L. Sorgt für eine direkte Verbindung TU – Hauptbahnhof und Industriegebiet West – Hauptbahnhof
Linie L Veränderte Strecke. Heinheimer Straße – Luisenplatz – Ostbahnhof. Verbindet Innenstadt und Ostbahnhof.
Schnelle Verbindung zur Schulinsel.
Blick auf die Stadtgebiete
Arheilgen/Wixhausen (WX, 7, 8)
Das Angebot auf den Straßenbahnen 6,7 und 8 bleibt nahezu unverändet. Teilweise verschieben sich die Abfahrten um wenige Minuten. Auch das Angebot auf der Buslinie A bleibt konstant. Lediglich das Fahrtenangebot auf der Ringbuslinie AH wird samstags eingeschränkt. Sie verkehrt samstags künftig zwischen 9.30 und 18 Uhr. Durch die neuen Straßenbahnlinien 4 und 5 gelangen die Arheilger künftig schneller nach Kranichstein. An der Haltestelle „Rhönring“ der Linien 6, 7 und bietet sich die Möglichkeit, auf die neuen Straßenbahnlinien 4 und 5 nach Kranichstein umzusteigen.
Bessungen (1, 3, 6, 7, 8, R)
Im Lapinviertel bleibt das Angebot auf den Straßenbahnlinien unverändert. Umfangreicher als bisher stellt sich das Angebot auf der Buslinie R dar. Erstmals führt sie montags bis freitags auch im Spätverkehr bis ans Böllenfalltor. An Samstagen und Sonntagen verringert sich der Takt, dafür führt die Linie R jetzt auch an den beiden Wochenendtagen bis an den Nordbahnhof.
Eberstadt (1, 6, 7, 8, EB, N, NB, P)
Zum Hauptbahnhof gehts wie gewohnt mit der Linie 1, wer einen Umstieg in Kauf nimmt, gelangt an der Haltestelle „Rhein-/Neckarstraße“ auch mit den Linien 2, 5 und H schnell dorthin. Zum Luisenplatz gehts wie gewohnt direkt mit den Linien 6, 7 und 8 oder ab der Haltestelle „Rhein-/Neckarstraße“ wie bisher auch mit den Linie 9 und H. Zusätzliche Verbindungen über die Rheinstraße zum Luisenplatz bieten künftig auch die Straßenbahnlinien 2, 4 und 5.
Richtung Pfungstadt bleibt das Angebot auf der Buslinie P wie gewohnt bestehen. Nur einzelne Abfahrtszeiten verschieben sich um wenige Minuten. Bei der Eberstädter Ringbuslinie EB bleiben selbst die Abfahrtszeiten unverändert. Einschränkungen gibt es im Fahrplanangebot auf der Linie NB ins Mühltal. Das Fahrtenangebot zum Anruflinientaxi wurde aus Kostengründen reduziert. Auf der Buslinie N (über das Mühltal ans Böllenfalltor) werden samstags zwei Frühfahrten durch zwei neue Spätfahrten ersetzt.
Heimstättensiedlung (H, R)
Wie gewohnt erreichen die Anwohner der Heimstättensiedlung die Innenstadt und den Hauptbahnhof mit der Linie H. Sie führt weiter Richtung Kranichstein bis zur Haltestelle „Kesselhutweg“. Umfangreicher als bisher zeigt sich das Angebot auf der Buslinie R. Erstmals führt sie montags bis freitags auch im Spätverkehr bis ans Böllenfalltor. An Samstagen und Sonntagen verringert sich der Takt, dafür führt die Linie R jetzt auch an den beiden Wochenendtagen bis an den Nordbahnhof.
Johannesviertel (3, 4, 5, 6, 7/8, K, L, WX)
Künftig passieren sechs Straßenbahnlinien das Johannesviertel und bieten mit ihrem dichten Taktangebot schnelle Verbindungen in alle Richtungen. Neu sind die Straßenbahnlinen 4 (Kranichstein – Griesheim) und 5 (Kranichstein Hauptbahnhof). Beide Linien führen über den Luisenplatz und die Rheinstraße. Verändert haben sich die Linien K und L. Die Linie L übernimmt die Anbindung des Ostbahnhofs der früheren Linie D. Vom Ostbahnhof fährt sie über den Luisenplatz, Willy-Brandt-Platz und Pallaswiesenstraße zur Heinheimer Straße. Die Linien K verbindet weiterhin das Industrigebiet West mit dem Hauptbahnhof, fährt dann jedoch nicht nach Kranichstein, sondern über den Willy-Brandt-Platz und den Luisenplatz zur TU-Lichtwiese. Auf der Linie 3 (Lichtenbergschule Hauptbahnhof) verschieben sich die Abfahrtszeiten nur um wenige Minuten. Auch auf den Linien 6,7/8 bleibt das Angebot konstant.
Kranichstein (4, 5, H, K, U)
Am 14. Dezember beginnt für die neuen Straßenbahnlinen 4 (Kranichstein – Griesheim) und 5 (Kranichstein – Hauptbahnhof) der reguläre Betrieb. Die neue 4,1 km lange Straßenbahnstrecke verbindet den Stadtteil Kranichstein mit dem Zentrum von Darmstadt. Durchgängig zweigleisig führt sie von der Frankfurter Straße (Messplatz) durch den Bürgerpark und das Neubaugebiet K6 durch die Bartningstraße zum Bahnhof Kranichstein. Auf dieser überwiegend in Rasengleis ausgebauten Strecke bieten neun moderne Niederflurhaltestellen höchsten Fahrgastkomfort.
Mit den Linien 4 und 5 werden das Berufsschulzentrum am Nordbad, der Bürgerpark, die Wohngebiete in Kranichstein und der Kranichsteiner Bahnhof in einem dichten Takt (in der Hauptverkehrszeit alle 7,5 Minuten) besser an das städtische Zentrum angeschlossen. 15 Minuten dauert zum Beispiel die Fahrt vom Kranichsteiner Bahnhof zum Luisenplatz, zum Hauptbahnhof sind es 20 Minuten. Parallel zur neuen Linie entsteht zwischen Bürgerpark und Bahnhof Kranichstein ein durchgehender Radweg. Die neue Straßenbahnverbindung ersetzt die Aufgaben der bisherigen Linien H und K. Der H-Bus fährt künftig bis zur Haltestelle Kesselhutweg. Die Buslinie K fährt künftig nicht mehr nach Kranichstein, sondern von der TU-Lichtwiese über den Luisenplatz und die Bismarckstraße zum Hauptbahnhof. Auch die bisherige Buslinie SK kann wegen der neuen Straßenbahnverbingung entfallen. Die Haltestelle Borsdorffstraße rückt an die neue Straßenbahnstrecke heran. Ihr Standort verlagert sich damit um knapp 200 m. Unverändert bleibt die Buslinie U, die vom Mathildenplatz nach Urberach führt.
Martinsviertel (4, 5, 6, 7, 8, L, H, U)
Mit den neuen Straßenbahnlinen 4 (Kranichstein – Luisenplatz – Griesheim) und 5 (Kranichstein – Luisenplatz – Hauptbahnhof) können die Anwohner des Martinsviertels auf ein deutlich dichteres Straßenbahnangebot als bisher zurückgreifen; die Linien 6, 7 und 8 verkehren auf gewohnter Strecke. Lediglich die Abfahrtszeiten verschieben sich um wenige Minuten. Veränderung gibt es bei den Buslinien K und L. Die Linie L führt nicht mehr zum Nordbad und zur TU-Lichtweise, sondern übernimmt die Anbindung des Ostbahnhofs der früheren Linie D. Die Buslinie H führt Richtung Kranichstein künftig bis zur Haltestelle „Kesselhutweg“. In die Gegenrichtung geht es wie gewohnt bis zur Haltestelle „Klausenburger Straße“ Unverändert bleibt die Buslinie U, die vom Mathildenplatz nach Urberach führt.
Nordwest (1, 3, 5, H, K, F, R, W)
Das Nordwestviertel Darmstadts profitiert von der gestiegenen Bedeutung des Hauptbahnhofs. Während die Linien 1 und 3 nur Verschiebungen im Minutenbereich verzeichnen, sit die Kranichsteiner Linie 5 am Hauptbahnhof völlig neu. Mit ihrer Route über die Rheinstraße sorgt sie für eine neue schnelle Verbindung in die City. Auf ihren westlichen Abschnitten verkehren die Buslinien H und K wie gewohnt. Ab dem Hauptbahnhof führt die Buslinie K jedoch nicht nach Kranichstein, sondern sie bringt die Fahrgäste direkt zur TU-Lichtwiese und ersetzt in diesem Abschnitt die bisherige Linie L. Umfangreicher als bisher zeigt sich das Angebot auf der Buslinie R. Erstmals führt sie montags bis freitags auch im Spätverkehr bis ans Böllenfalltor. An Samstagen und Sonntagen verringert sich der Takt, dafür führt die Linie R jetzt auch an den beiden Wochenendtagen bis an den Nordbahnhof. Auf der Buslinie W zum Waldfriedhof bleibt fast alles wie gewohnt. Sie wechselt lediglich ihren Standort auf der Ostseite des Hauptbahnhofs und startet künftig vom neuen zentralen Omnibusbahnhof (ZOB), südlich des Hauptgebäudes.
Waldkolonie (F, W)
Für die Anwohner in der Waldkolonie bringt der Fahrplanwechsel für die Linien vor Ort keine merklichen Veränderungen. Die Busline W bleibt völlig unverändert, beim F-Bus verschieben sich die Abfahrtszeiten geringfügig.
Woogsviertel (L, K)
Die beiden Buslinien, die im Woogsviertel heimisch sind, verändern sich deutlich. Die Linie führt nicht mehr zum Nordbad und zur TU-Lichtwiese, sondern übernimmt mit ihrer neuen Route Heinheimer Straße – Luisenplatz – Ostbahnhof die Anbindung des Ostbahnhofs der früheren Linie D. Die neue Linie K sorgt für eine direkte Verbindung TU-Lichtwiese – Hauptbahnhof – Industriegebiet West – Hauptbahnhof und übernimmt damit die Aufgabe der früheren Linie L.