Die Firma Stadler hat heute eine Pressemitteilung zu den Ergebnissen der Messfahrten mit Fahrwerksmodifikationen im Dezember 2025 veröffentlicht.
TINA wird entrumpelt: Deutlich messbare Erfolge der Fahrwerksmodifikationen in Darmstadt
Ergebnisse der jüngsten Modifikationen und Messfahrten der TINA-Straßenbahn in Darmstadt liegen jetzt vor. Sie bestätigen auch in Darmstadt die Wirksamkeit der neuen technischen Maßnahmen zur signifikanten Reduktion von Erschütterungen im Fahrbetrieb: Am Messpunkt mit den bislang größten Auffälligkeiten beträgt die Reduktion der bewerteten Schwingstärke bis zu 51 Prozent – durchschnittlich beträgt die Reduktion 33 Prozent Stadler berichtet über den Fortschritt bei der Reduktion von Erschütterungen entlang der Darmstädter Straßenbahnstrecken. Nach technischen Modifikationen am Fahrwerk der TINA-Straßenbahn liegen nun die ausgewerteten Ergebnisse der im Dezember durchgeführten Messfahrten vor. Sie belegen, dass die ergriffenen Maßnahmen mittels Optimierung des Rades in Darmstadt messbar wirken und – in Abhängigkeit zu den baulichen Gegebenheiten – zu einer deutlichen Reduktion der Erschütterungen beitragen. Die Untersuchungen wurden von einem unabhängigen und akkreditierten Prüfinstitut gemäß den einschlägigen Normen durchgeführt und anschließend detailliert ausgewertet.
Messfahrten im Dezember – und warum die Ergebnisse Zeit brauchten
Die Messfahrten fanden im Dezember an drei repräsentativen Abschnitten im Darmstädter Straßenbahnnetz statt. Die Auswahl der Messorte erfolgte dabei durch Stadler nach technischen Kriterien. An allen Messorten war in einem früheren Gutachten der HEAG mobilo schon einmal gemessen worden. Dabei hatte es an einem Messort an der Wilhelm-Leuschner-Strasse besonders hohe Messwerte der TINA-Fahrzeuge im Vergleich zu den Altfahrzeugen gegeben. Gefahren wurde mit einem modifizierten TINA-Fahrzeug sowie TINA-Referenzfahrzeugen, um die Wirkung der Änderungen unter vergleichbaren Bedingungen zu erfassen. Die Erhebungen erfolgten in Gebäuden entlang der Strecke nach dem Standard der DIN 4150 Die Auswertung der umfangreichen Rohdaten, die Berechnung der entsprechenden Kennwerte, ihre fachliche Plausibilisierung und die anschließende Beurteilung nimmt üblicherweise mehrere Wochen in Anspruch, so dass Stadler nun in der Lage ist, belastbare und nachvollziehbare Aussagen treffen zu können. Dieses Vorgehen knüpft an die bereits kommunizierte Methodik an, Erprobungen im realen Netz mit unabhängiger Begleitung vorzunehmen.
Ergebnisse: Messbar weniger Erschütterungen – deutlicher Schritt nach vorn
Die ausgewerteten Daten zeigen insgesamt geringere Erschütterungen mit der modifizierten TINA-Straßenbahn. Besonders deutlich waren die Reduktionen an der Wilhelm-Leuschner-Straße, wo bei der vorausgegangenen Messung die größten Abweichungen zwischen TINA und den Bestandsfahrzeugen festgestellt worden waren: Die maximale bewertete Schwingstärke konnte hier an einem Messort bis zu 51 Prozent reduziert werden, im Mittel lag die Reduktion bei über 33 Prozent. An den anderen Messorten lagen die gemessenen Schwingstärken auf einem niedrigeren Niveau als an der Wilhelm-Leuschner-Straße, so dass auch die Verbesserungen kleiner ausfielen: An der Elisabeth‑Selbert‑Straße ergab sich an allen Messpunkten eine leichte Reduktion der Schwingstärke; an der Heidelberger Landstraße ist das Bild im Durchschnitt ebenfalls leicht verbessert. Die Messungen belegen, dass die Optimierung des Rades auch in Darmstadt wirksam ist und die durch Erschütterungen verursachten bewerteten Schwingstärken der modifizierten TINA in Gebäuden niedriger ausfallen als bei Vergleichsfahrten mit nicht modifizierten TINA-Fahrzeugen. Unterschiede zwischen einzelnen Messreihen lassen sich – wie bei Feldmessungen üblich – unter anderem durch abweichende Geschwindigkeiten und fahrzeugspezifische Streuungen erklären; diese Effekte wurden in der Begutachtung berücksichtigt und mit bisher vorliegenden Messdaten plausibilisiert.
Stadler plant weitere technische Maßnahmen
Nachdem Hinweise auf die Wirksamkeit der technischen Modifikation an den Rädern auch bei höheren Geschwindigkeiten vorliegen, wird Stadler die Modifikationen weiter optimieren und die Umsetzung für die Serie vorbereiten. Darüber hinaus wurde durch Stadler in den vergangenen Monaten eine zusätzliche technische Maßnahme entwickelt und durch erste Messungen in Basel validiert. Diese Maßnahme verspricht eine weitere Dämpfung der Erschütterungen insbesondere bei niedrigen Fahrgeschwindigkeiten. Der Umbau des Darmstädter TINA-Messfahrzeugs wird derzeit durch Stadler projektiert.
Findet die vorgesehene Modifikation auch die Zustimmung der technischen Aufsichtsbehörde, soll die Maßnahme auch in Darmstadt umgesetzt werden.
Dieses Vorgehen steht in der Kontinuität der seit 2025 verfolgten Strategie, technische Lösungen unter realen Bedingungen zu testen, unabhängig zu bewerten und dann auf die gesamte Flotte auszurollen.
